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Hl. Franziskus

1. das Tau
Das Tau ist der letzte Buchstabe des hebräischen Alphabets und der Anfangsbuchstabe des Wortes „Tora" (Mosaisches Gesetz der Juden).
Im Buch des Propheten Ezechiel heisst es, dass Gott seinen Engel sandte, um auf die Stirn aller Getreuen Gottes dieses Heilszeichen einzuprägen. Nur sie sollten gerettet werden, alle anderen aber würden vernichtet werden (Ez 9,4).
Auch im Neuen Testament wird das Thema in der Apokalypse aufgegriffen. Beim Öffnen des sechsten Siegels heisst es, und ich sah einen anderen Engel vom Sonnenaufgang heraufkommen, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief: schädigt nicht das Land... bis wir den Söhnen Gottes das Siegel auf die Stirn gedrückt haben.(Offb 7,2-4)
Bonaventura sah im Engel des sechsten Siegels Franziskus selbst, weil er mit den Wundmalen das Siegel Gottes an seinem Leibe trug. Das Tau wird schon früh von den Christen als Heilszeichen gebraucht. Wir finden es in den Katakomben in Rom, weil seine Form an das Kreuz Christi erinnerte. So entstand auch die frühchristliche Sitte, sich auf der Stirn mit dem Kreuz zu bezeichnen, wenn sie zu arbeiten oder zu beten begannen.
Gerade auch deshalb liebte es der Heilige Franziskus und machte es zu seinem Zeichen. Er schrieb es gern unter seine Briefe. Auch unter den Segen für Bruder Leo, der uns noch erhalten ist, setzte er das Tau mit eigener Hand. Das arme Kleid der Bauern wählte er als sein Ordensgewand und änderte es nur im Schnitt, damit es einem Tau ähnlicher war. Wahrscheinlich hatte ja das Kreuz Jesu selbst die Form des Tau. Wie es bei den Römern üblich war, stand der senkrechte Pfosten bereits an der Hinrichtungsstätte, der Verurteilte trug den Querbalken bis dorthin und wurde daran emporgezogen. So kam dieser Balken quer über dem Pfosten zu liegen und wurde befestigt. Dann wurden die Füsse angeheftet. Jeder Christ wird bei seiner Taufe mit dem Kreuz bezeichnet. Er stellt sich gleichsam unter das heilbringende Kreuz Christi.
Franziskus hat in seinem Leben so sehr die Liebe Gottes betrachtet, die im Kreuz, im Leiden und Sterben seines Sohnes bis zum Letzten ihren Ausdruck findet, dass er auf dem Berg La Verna die Stigmata Christi empfängt. So wird er zum Ende seines Lebens selber zu einem lebendigen Tau.
Wenn wir dieses echt franziskanische Zeichen als Schmuck tragen, dann ist es nicht irgendein Anhänger oder Fetisch, sondern ein konkretes Zeichen christlicher Verehrung, vor allem aber eine Verpflichtung zu einem Leben in der Nachfolge des armen und gekreuzigten Christus, wie der Heilige Franziskus uns das vorgelebt hat.

Allmächtiger, ewiger Gott
Allmächtiger, ewiger, gerechter und barmherziger Gott, verleihe uns Elenden, um Deiner selbst willen das zu tun, von dem wir wissen, dass Du es willst und immer zu wollen, was Dir gefällt, damit wir, innerlich geläutert, innerlich erleuchtet und vom Feuer des Heiligen Geistes entflammt, den Fussspuren Deines geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus folgen können und allein durch Deine Gnade zu dir, Allerhöchster, zu gelangen vermögen, der Du in vollkommener Dreifaltigkeit und einfacher Einheit lebst und herrschst und verherrlicht wirst als allmächtiger Gott durch alle Ewigkeit der Ewigkeiten. Amen Heiliger Franziskus

Allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott
Allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, hilf uns Armen und Schwachen immer das zu tun, was Du willst und immer zu wollen, was Dir gefällt, damit wir, innerlich geläutert und erleuchtet, vom Feuer des Heiligen Geistes entflammt, den Fussspuren Deines geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, folgen können und durch seine Hilfe in die Freuden des ewigen Lebens gelangen, das gewähre uns durch Christus unseren Herrn. Amen
Brief des Heiligen Franziskus an den gesamten Orden 50-52

Altes Profess Gebet des Dritten Orden
Göttliches Herz Jesu, Herz voll unendlicher Majestät, du bist würdig jeglichen Lobes, aller Anbetung, unseres tiefsten Dankes. Siehe uns Terziaren vor dir. Unsern Vater Franziskus hast du den Liebling deines Herzens genannt, ihm gabst du als Unterpfand dafür die gnadenreiche Wunde deines durchbohrten Herzens. Weise heute die unwürdigen Kinder des Vaters nicht von dir, da sie zu deinem liebreichen Herzen hinzutreten.
O liebendes Herz, Heimat und Wohnstatt der ewigen Liebe, du bist der göttlich tiefe Quell der ganzen Erlösungstat. Feuer hast du vom Himmel gebracht und ersehnest nichts anderes, als das es brenne. Nicht hieltest du deine Flammen länger zurück. Wir kommen darum, diese deine Herzensliebe ganzes Leben deinem heiligsten Leben gleichförmig werden!
Deshalb erneuern wir nun einmutig vor Jesus im Allerheiligsten Altarssakrament aus ganzem Herzen und aus ganzer Seele in deine Hände die heilige Profess:
Ich verspreche vor Gott dem Allmächtigen, zur Ehre der unbefleckten allerseligsten Jungfrau Maria, des heiligen Vaters Franziskus und aller Heiligen, die ganze Zeit meines Lebens die Gebote Gottes zu halten, sowie die Regel des Dritten Ordens, welche vom heiligen Franziskus aufgestellt wurde, nach der Form, wie sie von den Päpsten Nikolaus dem Vierten und Leo dem Dreizehnten bestätigt ist; zudem verspreche ich, für die Übertretungen dieser Regel nach dem Gutbefinden des Obern Genugtuung zu leisten. Franziskusgebet

Betrachtung der Wundmale
Der Chronist und Gefährte des hl. Franziskus schliesst sein 2. Buch mit einem Gebet. Den toten Franziskus hat man zur Stadt auf dem Berge getragen (Assisi). So bitter er seinen Ordensvater, der ins himmlische Jerusalem eingezogen ist:
"Vater, zeige Jesus Christus, dem Sohne des allerhöchsten Vaters, deine heiligen Wundmale und lass uns sehen die Zeichen des Kreuzes an deiner Seite, an deinen Füssen und Händen, daher er in seiner Barmherzigkeit sich würdige, seine eigenen Wunden dem Vater zu zeigen, der uns Elenden dann sicherlich darob immer gnädig sein wird. Amen. Amen. Amen. 1 Cel 118

Christus, das Brot des Lebens
Der ganze Mensch erschauere, die ganze Welt erbebe und der Himmel juble, wenn auf dem Altar in der Hand des Priesters Christus der Sohn des lebendigen Gottes ist!
O wunderbare Hoheit, o staunenswerte Herablassung, o erhabene Demut, o demütige Erhabenheit, dass der Herr des Alls, Gott und Gottes Sohn, sich so erniedrigt, dass Er sich zu unserem Heil unter der anspruchslosen Gestalt des Brotes verbirgt! Seht Brüder, die Demut Gottes und schüttet vor Ihm euer Herz aus! Demütigt auch ihr euch, damit ihr von Ihm erhöht werdet! Behaltet darum nichts von euch für euch zurück, damit er euch als Ganzes aufnehme, der sich euch ganz hingibt! Heiliger Franziskus von Assisi

Da der Weg
Da der Weg und Pfad schmal ist und die Pforte eng, die zum Leben führen und Einlass gewähren, sind nur wenige, die darauf wandeln und dort eintreten. Und wenn auch einige eine Zeitlang darauf gehen, so harren doch nur wenige aus. Selig aber, wem es gegeben ist, darauf zu wandeln und bis ans Ende auszuharren! Heilige Clara von Assisi

Das Vater unser des Heiligen Franziskus
Heiligster Vater unser, unser Schöpfer, Erlöser, Heiland und Tröster.
Der du bist in den Himmeln, in den Engeln und in den Heiligen, du erleuchtest sie zur Erkenntnis; denn du, o Herr, bist Licht. Du entzündest in ihnen die Liebe, denn du, o Herr, bist Liebe. Du wohnst in ihnen und erfüllst sie, um sie zu beseligen; denn du, o Herr, bist das höchste Gut, das ewige Gut, von dem alles Gute kommt und ohne welches es kein Gut gibt.
Geheiligt werde dein Name. Es leuchte in uns die Kenntnis von dir, auf dass wir innewerden, welches sei die Breite deiner Wohltaten, die Länge deiner Verheissungen, die Höhe deiner Majestät und die Tiefe deiner Gerichte.
Zukomme uns dein Reich: damit du herrschest in uns durch die Gnade und du uns in dein Reich gelangen lassest, wo man dich unverschleiert schaut, vollkommen liebt, durch deine Gesellschaft beglückt wird und deiner ewig geniesst.
Dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden: Damit wir dich lieben aus ganzem Herzen, indem wir stets an dich denken, aus ganzer Seele, indem wir stets uns nach dir sehnen, aus ganzem Gemüte, indem wir alle unsere Absichten auf dich lenken und deine Ehre in allen Dingen suchen, aus allen unsern Kräften, indem wir alle Kräfte des Leibes und der Seele zu nichts anderem als zu deiner Liebe verwenden, und damit wir unsere Nächsten lieben wie uns selbst, indem wir alle nach Kräften deiner Liebe zuführen, uns über das Wohl anderer wie über unser eigenes freuen, andere im Unglück bemitleiden und niemand im geringsten beleidigen.
Unser tägliches Brot, deinen geliebten Sohn, unsern Herrn Jesus Christus, gib uns heute zum Gedächtnis und zur Erkenntnis und zur Verehrung der Liebe, die er zu uns gehegt, und alles dessen, was er für uns gesprochen, getan und ertragen hat.
Und vergib uns unsere Schulden: durch deine unaussprechliche Barmherzigkeit, durch die Kraft des Leidens deines geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, und durch die Verdienste und die Fürbitte der allerseligsten Jungfrau Maria und aller deiner Auserwählten.
Wie auch wir vergeben unsern Schuldigern: und was wir nicht vollkommen vergeben, das lasse du, o Herr, uns vollkommen vergeben, dass wir unsere Feinde wegen dir wahrhaftig lieben und für sie zu dir andächtig beten, dass wir niemand Böses mit Bösem vergelten, sondern uns bemühen, allen in dir nützlich zu sein.
Und führe uns nicht in Versuchung, weder in eine geheime noch eine offenbare, weder in eine plötzliche noch eine ungestüme.
Sondern erlöse uns von dem Übel, dem vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen.
Amen Ehre sei dem Vater...
Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott der Allmächtige, der da ist und der da war und der da sein wird. Lasst uns ihn loben und preisen in Ewigkeit. Würdig bist du, Herr, unser Gott, zu empfangen Lob, Ruhm und Ehre und Preis.
Lasst uns ihn loben und preisen in Ewigkeit. Würdig ist das Lamm, das getötet worden ist, zu empfangen die Macht und Gottheit und Weisheit und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Lobpreisung.
Lasst uns ihn loben und preisen in Ewigkeit.
Lasst uns loben den Vater und den Sohn mit dem Heiligen Geiste.
Lasst uns ihn loben und preisen in Ewigkeit. Preiset den Herrn, alle Werke des Herrn. Lasst uns ihn loben und preisen in Ewigkeit. Lobpreiset Gott, alle seine Diener und die ihr Gott fürchtet, gross und klein. Lasst uns ihn loben und preisen in Ewigkeit. Es sollen ihn loben in seiner Herrlichkeit Himmel und Erde und alle Geschöpfe, die im Himmel und auf Erden sind und unter der Erde und auf dem Meere und in demselben. Lasst uns ihn loben und preisen in Ewigkeit. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, jetzt und zu allen Zeiten und in Ewigkeit. Amen

Der Gruss an die Tugenden
Der Gruss an die Tugenden und der Gruss an die selige Jungfrau Maria, die bereits als Lob Gebet genannt wurden, sind echte Betrachtung, wie im übrigen auch diese Seite der nicht bullierten Ordensregel.
"Nichts also soll hindern, nichts trennen, nichts falschen.
Überall, an jedem Orte, zu jeder Stunde und zu jeder Zeit, täglich und unablässig wollen wir alle wahrhaft und demütig an ihn glauben und an ihm im Herzen festhalten und In lieben, ehren, anbeten, ihm dienen, ihn loben und benedeien, verherrlichen und hoch erheben, ihn preisen und ihm Dank erweisen, dem erhabensten und höchsten ewigen Gott, der Dreifaltigkeit und Einheit, dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, dem Schöpfer von allem und dem Retter aller, die an Ihn glauben und auf ihn hoffen und ihn lieben, der ohne Anfang und ohne Ende ist, unveränderlich, unsichtbar, unbeschreiblich, unaussprechlich, unbegreiflich, unerforschlich (vgl. Rom 11,33), gepriesen, lobwürdig, ruhmreich, hocherhoben (vgl. Dan 3,52), erhaben, gross, milde, liebenswert, Freude bereitend und ganz über alles zu ersehnen in Ewigkeit. Amen." NbReg 23

Der Sonnengesang
"Erhabenster, Allmächtiger, Guter Herr,
dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und die Ehre und jegliche Benedeiung. Dir allein, Erhabenster, gebühren sie, und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.
Gepriesen seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,
zumal der Herrin, Schwester Sonne, denn sie ist der Tag, und spendet das Licht uns durch sich.
Und sie ist schon und strahlend in grossem Glanz. Dein Sinnbild trägt sie, Erhabenster. Gepriesen seist du, mein Herr, durch Bruder Mond und die Sterne, am Himmel hast du sie gebildet, hell leuchtend und kostbar und schön. Gepriesen seist du, mein Herr, durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken und heiteren Himmel und jegliches Wetter, durch welches du deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.
Gepriesen seist du, mein Herr, durch Schwester Wasser, gar nützlich ist es und demütig und keusch. Gepriesen seist du, mein Herr, durch Bruder Feuer, durch das du die Nacht erleuchtest; und es ist schon und liebenswürdig und kraftvoll und stark. Gepriesen seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde, die uns ernährt und lenkt und mannigfaltige Frucht hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter.
Gepriesen seist du, mein Herr, durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen und Schwachheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden, denn von dir, Erhabenster, werden sie gekrönt. Gepriesen seist du, mein Herr durch unseren Bruder, den leiblichen Tod; ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben.
Selig jene, die sich in deinem allheiligen Willen finden, denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid tun. Lobet und preiset meinen Herrn und erweiset ihm Dank und dient ihm mit grosser Demut."

Der Chronist, Thomas v. Celano erwähnt dazu:
"Damals (das heisst: als Franziskus in schwerer Krankheit in San Damiano darniederlag und ihm der Herr das ewige Leben versprochen hatte) "dichtete er das Loblied auf die Geschöpfe und feuerte sie an, nach Kräften den Schöpfer zu loben 2 Cel 213. "
Bei aller Bedeutung, die der Sonnengesang für das Naturgefühl des Heiligen hat, darf man nie übersehen, dass es ein Gebet ist. Es ist der Lobgesang der drei Jünglinge im Feuerofen, übertragen in die Sprache und in das Lebensgefühl des heiligen Franziskus

Der Terziar auf dem Weg
Wenn franziskanische Terziaren durch die Welt wandern, sei es ans Pflicht, sei es zur Erholung, dann sollen sie das Beispiel des Heiligen Vaters Franziskus vor Augen haben und an die Worte denken, die er schreibt:
Ich rate aber, warne und ermahne meine Brüder im Herrn Jesus Christus, dass sie, wenn sie durch die Welt reisen, nicht streiten, noch hadern, noch andere beurteilen, sondern sie sollen mild, friedfertig, bescheiden, sanftmutig und demütig sein, mit jedermann freundlich reden, wie es sich geziemet. In was immer für ein Haus sie eintreten, sollen sie zuerst sagen, Friede diesem Hause.
Ich warne und ermahne meine Bruder, dass sie jene Menschen nicht verachten noch richten, welche sie in weichen und prangenden Kleidern einhergehen oder feine Speisen und Getränke geniessen sehen, sondern vielmehr soll ein jeder sieh selbst richten und verachten.
Diesen Gruss offenbarte mir der Herr, dass wir sagen sollen, der Herr gebe dir den Frieden. Und der Herr gab mir so grossen Glauben zu den Kirchen, dass ich in Einfalt also betete und sprach, wir beten dich an, Herr Jesus Christus, hier und in allen deinen Kirchen, die in der ganzen Welt sind, und wir preisen dich, weil du durch dein heiliges Kreuz die Welt erlöst hast. Und alle Brüder, denen Gott die Gnade zu arbeiten gegeben hat, sollen treu und andächtig arbeiten, so dass sie den Müssiggang, der ein Feind der Seele ist, vermeiden und den Geist des Gebetes und der Andacht nicht auslöschen, dem alle übrigen zeitlichen Dinge dienen müssen.
Wenn die Terziaren durch die freie Gottesnatur wandern, dann sollen sie es nicht tun im Sinne eines gottfernen Sportes, sondern im Geist des heiligen Vaters Franziskus, der uns entgegenleuchtet aus seinem Sonnengesang.
Die Menschen verlieren alles
Die Menschen verlieren alles, was sie in der Welt zurücklassen. Doch nehmen sie mit den Lohn für die Liebe und die Almosen, für diese werden sie vom Herrn die entsprechende Belohnung empfangen. Heiliger Franziskus

Dreigefährtenlegende
In der Dreigefährtenlegende des hl. Franziskus steht folgendes:
"Als Franziskus an der Kirche San Damiano vorbeiging, wurde ihm im Geiste gesagt, er solle zum Beten hineingehen. Er betrat die Kirche und begann innig vor einem Bild des Gekreuzigten zu beten, das ihn liebevoll und gütig auf folgende Weise ansprach: "Franziskus, siehst du nicht, dass mein Haus in Verfall gerat? Geh also hin und stelle es mir wieder her!" Zitternd und staunend sprach Franziskus: "Gerne, Herr, will ich es tun."
3 Gef leg V

"Wenige Jahre nach seiner Bekehrung verzichtete Franziskus auf dem Generalkapitel vor allen Brüdern auf die Leitung des Ordens. Dies tat er, um so die heilige Tugend der Demut besser beachten zu können. Franziskus erhob sich mit gefalteten Händen, die Augen zum Himmel gewandt, und sagte:
"Herr, ich empfehle dir diese Familie an, die du mir bis heute anvertraut hast. Und jetzt durch meine Schwachheit, die du kennst, süssester Herr, bin ich nicht mehr in der Lage sie zu führen. Ich vertraue sie den Oberen an. Sie sollen gehalten sein, am Tage des Jüngsten Gerichts dir Rechenschaft zu geben. Herr, wenn Brüder durch ihre Nachlässigkeit oder schlechtes Beispiel oder auch durch eine harte Strafe sich verfehlen, so mögen sie verloren sein." Compilatio Assisiensis 39

Eines Tages erzählte man ihm nämlich, der Bischof von Fondi habe zu zwei Brüdern, die zu ihm kamen und die, um grössere Selbstverachtung vorzutäuschen, sich einen längeren Bart hatten wachsen lassen, gesagt:
"Habt acht, dass nicht die Schönheit des Ordens durch derartige eigenmächtige Neuerungen getrübt wird." Sofort sprang der Heilige auf und, die Hände zum Himmel erhoben, von Tränen überströmt, brach er in die Worte folgenden Gebetes oder vielmehr dieser Verwünschung aus.

"Herr Jesus Christus, du hast die zwölf Apostel ausgewählt. Mag auch einer abtrünnig geworden sein, so blieben dir doch die übrigen treu und predigten, von dem einen Geiste erfüllt, das heilige Evangelium. Du, Herr, hast in dieser letzten Stunde, eingedenk deines alten Erbarmens, den Orden der Bruder gepflanzt zur Stütze für deinen Glauben, und damit durch sie das Geheimnis deines Evangeliums erfüllt werde. Wer aber wird für sie vor deinem Angesicht Genugtuung leisten, wenn sie nicht nur keine Beispiele des Lichtes allen geben, wozu sie gesandt sind, sondern vielmehr Werke der Finsternis aufweisen 2Cel 156

"Als der selige Franziskus dies horte, wunderte er sich in seinem Herzen, sagte Gott Dank und sprach:
Sei gepriesen du, Herr Gott, der du dies vor Weisen und Klugen verborgen und es den Kleinen geoffenbart hast. Ja, Vater, so war es dir wohlgefällig (Mt 11,25). Herr, Vater und Gebieter meines Lebens! Verlass mich nicht, da sie mir schlecht raten, noch lass mich fallen in (Sir 23,1) jene Verwerflichkeit; vielmehr gib mir durch deine Gnade, zu finden, was ich suche, denn ich bin dein Knecht und der Sohn deiner Magd (Ps 115,1G)."
Der Bund des hl. Frz. mit der Herrin Armut, 7

"Erfüllt vom Heiligen Geist, begann Franziskus zu beten. Er rief Jesus als Meister der Armut an:
Herr Jesus zeige mir die Wege deiner so sehr geliebten Armut...
Mein Herr, mein guter Jesus, habe mit mir Mitleid und mit der Herrin Armut. Wirklich, ich vergehe vor Liebe zu dir, ohne dich finde ich keine Ruhe. Mein Herr, du weisst es, dass ich mich in dich verliebt habe... Ich bitte dich, dass ich von dir mit diesem Privileg ausgezeichnet werde.
Ich sehne mich, mit diesem Schatz bereichert zu werden.
Ich bitte dich inständig, dass dies mein Erbteil und das der meinen auf ewig ist. O ärmster Jesus, in deinem Namen bitte ich dich, nichts zu eigen zu haben unter dem Himmel und dass mein Leben, solange es ist, von nichts anderem Bestand haben soll als nur vom Mangel.
" Der "Arbor vitae" (Lebensbaum) des Ubertino v. Casale wurde auf dem Berg La Verna, wo Franziskus die Wundmale empfangen hatte, zwischen dem 9. und 28. September 1305 geschrieben. In diesem aus fünf Büchern bestehendem Traktat geht es vor allem um das Leben und Leiden des Herrn. Die Uridee des "Arbor vitae" muss man bei Bonaventura in seinem "Lignum vitae" suchen; eine grossartige Dichtung, die mit dem Holz des 1. Baumes und seiner Geschichte beginnt und mit dem Holz des Kreuzes als dem wahren Lebensbaum schliesst. Ubertino v. Casale, Arbor vitae
"In der Zeit seiner Augenerkrankung willigte er, lange bedrängt, schliesslich ein, einen Arzt zu rufen. Dieser kam, brachte ein eisernes Instrument mit, um eine Ätzung vorzunehmen, und liess es ins Feuer legen, bis es glühe. Aber der selige Vater ermutigte seinen Leib, der schon von Schauer geschüttelt wurde, und sprach das Feuer folgendermassen an."
"Mein Bruder Feuer, herrlicher als die übrigen Dinge, kraftvoll, schon und nützlich hat dich der Allerhöchste geschaffen. Sei mir in dieser Stunde gewogen, sei höflich! Denn schon lange habe ich dich im Herzen geliebt. Ich bitte den grossen Herrn, der dich geschaffen, er möge deine Hitze ein wenig kühlen, dal; ich dein sanftes Brennen aushalten kann." 2Cel 166

Du bist heilig, Herr, unser Gott
Du bist der alleinige Gott, der Eine, der Wundertaten vollbringt.
Du bist der Starke, du bist der Grosse, du bist der Höchste, du bist allmächtig, du bist heilig, der Vater und König des Himmels und der Erde.
Du bist der Dreifaltige und der Eine, Gott der Herr. Du bist das Gute, das höchste Gut, der lebendige und wahre Gott. Du bist die Güte, die Liebe, du bist die Weisheit, du bist die Demut, du bist die Geduld. Du bist die Geborgenheit, die Ruhe, die Fröhlichkeit und die Freude. Du bist die Gerechtigkeit und das Mass. Du bist aller Reichtum. Du bist die Milde, du bist unsere Zuflucht und Stärke, du unser Glaube, unsere Hoffnung, und unsere Liebe, unsere große Glückseligkeit. Du bist die unendliche Güte grosser und wunderbarer Herr Gott allmächtig, liebreich, erbarmend und heilbringend. Heiliger Franziskus von Assisi

Es kommt der Herr
"Es kommt der Herr ... vom Allerheiligsten Kreuz, und Franziskus warf sich zur bestimmten Morgenstunde zum Gebet am Eingang seiner Zelle nieder. Sein Gesicht wandte er gen Osten. In dieser Haltung betete er:
"O mein Herr Jesus Christus, ich bitte um zwei Erweise, die du mir, wenn ich sterben sollte, gewähren solltest:
Erstens, dass ich in meinem Leben sowohl körperlich wie seelisch so gut es möglich ist, jenes Leiden fühlen möge, dem du, süssester Jesus, dich in jener Stunde deines bitteren Leidens unterzogen hast.
Zweitens, dass ich in meinem Herzen so gut dies möglich ist, jene grenzenlose Liebe mit welcher Du, Sohn Gottes, entflammt warst, um freiwillig ein solches Leiden für uns Sünder zu erdulden."

Franziskus
Franziskus Du hast hinter Dir gelassen die Enge der Stadt, die Enge der Welt und bist herausgetreten in die Freiheit der Gotteskinder. Du hast Dich selbst entäussert. Hast alles Äussere abgelegt, alles was Deinem Leben bisher Sinn und Richtung gab. Im Angesichte Gottes hast Du Dich entlarvt, enthüllt, entmittelt um unmittelbar zu werden um Dich aus Seiner Hand ganz neu zu empfangen. Du hast erkannt, dass das Haben das Sein entleert, dass durch das Besitzen der Wert der Dinge der Wert der Menschen zwischen den Fingern zerrinnt. Du hast erfahren, dass Besitz besetzt das Herz verhärtet für den Anruf Gottes, die Hand verschliesst vor der Not des anderen, die Faust ballt vor Zugriff von aussen. So hast Du alle Deine Schätze bei Gott hinterlegt. Allen Reichtum, alle Macht der Welt, das Kleid des Eigenwillens, die Erfüllung Deiner Liebeskraft um ein Mensch zu werden der aus der Sehnsucht lebt um so den Himmel herunterzusehnen in die satte Trägheit unserer Welt. M.C.M.

Franziskus
Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst. Dass ich verzeihe, wo man beleidigt. Dass ich verbinde, wo Streit ist. Dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist. Dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht. Dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält. Dass ich Liebe entzünde, wo Finsternis regiert. Dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt. Herr, lass mich trachten, nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste. Nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe. Nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe. Denn wer sich hingibt, der empfängt. Wer sich selbst vergisst, der findet. wer verzeiht, dem wird verziehen und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Franziskus, o Vater
O, wie ist es ehrenvoll, einen heiligen und grossen Vater im Himmel zu haben!
O, wie ist es heilig, einen solch schönen und bewundernswerten Bräutigam, einen Tröster zu haben! O, wie ist es heilig und wie lieb, einen solch wohlgefälligen, demütigen, Frieden stiftenden, süssen und liebevollen, und über alles zu ersehnenden Bruder und Sohn zu haben, der sein Leben für seine Schafe hingegeben und für uns zum Vater gebetet hat, indem er sprach, heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen... O wunderbare Hoheit und staunenswerte Herablassung! O erhabene Demut, o demütige Erhabenheit, dass der Herr des Alls, Gott und Gottes Sohn, sich so erniedrigt, dass er sich zu unserem Heil unter der anspruchslosen Gestalt des Brotes verbirgt!

Franziskus, von Bruder Leo belauscht, betet:
"Endlich horte er (Bruder Leo) die Stimme des heiligen Franziskus, und als er sich näherte, sah er ihn in Andacht auf den Knien liegen, Hände und Antlitz zum Himmel erhoben, und voller Inbrunst sprach er:
"Wer bist du, mein süssester Gott?
Wer aber bin ich elender Wurm und dein schlechter Knecht!"
Diese Worte wiederholte er immer wieder und sagte nichts anderes. "
Fioretti, 3. Betrachtung der Wundmale

Friedensgebet
"O Herr, mache aus mir ein Werkzeug deines Friedens;
Wo Hag ist, dahin lass' mich die Liebe bringen;
Wo Beleidigung ist, dahin bringe ich die Vergebung;
Wo Uneinigkeit ist, möge ich Einigung bringen;
Wo Zweifel ist, lass' mich den Glauben tragen.
Wo Irrtum ist, dahin komme durch mich die Wahrheit;
Wo Verzweiflung ist, lass' mich die Hoffnung bringen;
Wo Traurigkeit ist, dahin bringe ich die Freude;
Wo Finsternis ist, sei ich Bringer des Lichts.
O mein Meister, gib, dass ich nicht so sehr suche getröstet zu werden, als zu trösten; Verstanden zu werden, als zu verstehen; Geliebt zu werden, als zu lieben.
Denn so ist es: Wer gibt, dem wird wieder gegeben;
Wer vergibt, dem wird wieder vergeben; Wer stirbt, der wird aufersteh' n zum ewigen Leben."
Aus Irland, 20. Jahrhundert

Für sie gelesen
Aus Regel und Konstitution des Dritten Ordens vom 22. Juli 1958.
Seid eine Schule ernten Franziskusgeistes. Niemand hegt Zweifel hinsichtlich der Bedeutung des franziskanischen Dritten Ordens in der gegenwärtigen Welt.
Jedoch sind Besorgnisse gerade der eifrigsten Franziskusjünger laut geworden über die tatsächliche Lebenskraft des Dritten Ordens in Italien und in anderen Ländern. Manche befürchten, sie seien heute nicht mehr die Phalanx von Heiligen und Aposteln, die seinerzeit sich uneingeschränkt in den Dienst der Kirche stellten.
Die Gründe für diese Erscheinung sind vermutlich unter anderem darin zu suchen, dass in nicht wenigen Terziaren, ja zuweilen sogar in Direktoren, die franziskanische Wirkkraft sich verringert hat. Es wird nämlich zuweilen beklagt, man bleibe im allgemeinen stecken. Und doch ist es nicht genug, das Leben des heiligen Ordensvaters zu kennen und zu erzählen, will man sich selbst und vor allem die andern mit Sicherheit zur franziskanischen Geistigkeit und Eigenart formen. Sollte dies wahr sein, dann müsste rasch und gründlich Abhilfe geschaffen werden. Denkt daran, dass euer Dritter Orden nur dann blühen und Früchte tragen kann wie in seinen ruhmreichen Zeiten, wenn er von wahrer und echter franziskanischer Geistigkeit erfüllt ist.
Ihr wisst, dass die Geistigkeit eines Heiligen in der besonderen Art besteht, welche Vorstellung er von Gott hat, wie er von Ihm spricht, wie er zu Ihm geht, wie er Ihm gegenüber handelt. Jeder Heilige sieht Gottes Eigenschaften durch das, was er vorwiegend betrachtet, worin er sich mehr vertieft, was ihn mehr anzieht und beherrscht. Jeder Heilige muss einer besonderen Tugend Christi als Ideal nachstreben, während alle Heiligen zusammen, ja vielmehr die Kirche als Gesamtheit, den ganzen Christus nachzubilden sucht. Auch aus diesem Grunde ist die Kirche, wenn man so sagen darf, der ganze Christus. Die einzelnen Christen aber und die einzelnen Heiligen sind mehr oder weniger vollkommene Glieder an Ihm.
So gibt es also eine franziskanische Sicht, nach der Gott der Heilige, der Grosse, vor allem aber der Gute, ja das höchste Gut ist. In dieser Sicht ist Gott besonders die Liebe, aus Liebe lebt Er, aus Liebe schafft Er, aus Liebe wird Er Mensch und erlöst, das heisst, heilt und heiligt Er. Es gibt auch eine franziskanische Art und Weise, Jesus zu sehen, nämlich als die Begegnung der unerschaffenen Liebe mit der geschaffenen Liebe. Ebenso gibt es eine eigene Art, Ihn zu lieben und nachzuahmen. Sie sieht den Gottmenschen und betrachtet Ihn mit Vorzug in Seiner heiligsten Menschheit, weil diese Ihn besser sichtbar werden und gleichsam mit Händen greifen lässt. Darum die glühende Verehrung der Menschwerdung und des Leidens Jesu. Denn diese Geheimnisse lassen Ihn sichtbar werden, nicht so sehr in Seiner Herrlichkeit, Allmacht und ewig triumphierenden Grösse, als vielmehr in Seiner menschlichen Liebe, so lieblich in der Krippe, so schmerzensreich am Kreuze.
Schliesslich gibt es auch eine franziskanische Art, Jesus nach zufolgen, euer Seraphischer Vater suchte und fand im Evangelium, das er aufs Geratewohl aufschlug, drei Worte des göttlichen Meisters. Das erste lautet, willst du vollkommen sein, gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib den Erlös den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben (Mt. 19,21). Das zweite, wer Mir nachfolgen will, verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge Mir nach (Mt. 16,24). Das dritte Wort, nehmet weder Beutel noch Tasche noch Schuhe mit (Lk. 10,4). Darauf sprach der heilige Ordensvater, das soll unsere Regel sein (Anonym. Perus., Kap. 10 und 1:1).
Hier liegt die Wurzel der franziskanischen Armut, die den Luxus flieht und in besonderer Weise das liebt, was weniger den Augen und der Eitelkeit schmeichelt. Hier gründet die franziskanisd1e Einfalt, die den Menschen dazu bewegt, unmittelbar Gott zu suchen, auf dem kurzen und einfachen Weg, das heisst, indem er nicht so sehr dir eigene Armseligkeit, als vielmehr die unendlid1e Schönheit Gottes betrachtet. Hier entspringt die franziskanische Entsagung ohne gewaltsame Härte und Bedauern, ein mildes Verzichten wollen aus Liebe zu Jesus. Hier sprudelt die echte franziskanische Freude, nicht die lärmende Fröhlichkeit und nicht das ausgelassene Lachen, sondern das ruhige Lächeln vollliebenswürdiger Heiterkeit. Hier wurzelt vor allem die universale Liebe, die alle Menschen und alle Dinge in Gott sieht und daher alle und alles in Ihm und durch Ihn liebt, sich in allen und allem freut, weil sie sich in Gott freut, mein Gott und mein Alles.
Diesen franziskanischen Geist, diese franziskanische Lebensauffassung braucht unsere Welt. Eure Aufgabe ist es, geliebte Söhne, diesen Geist gründlich zu kennen, mit Begeisterung zu lieben, vor allem aber ihn vollkommen zu leben, so vollkommen, wie euer Stand es zulässt. Fr. Augustinus Sepinski Min. Gen. O.F.M.

Gebet
Heiliger Gott, Du bist der heilige Herr, alleiniger Gott, der Wundertaten vollbringt. Du bist der Starke, Du bist der Grosse, Du bist der Höchste.
Du bist der allmächtige König, Du heiliger Vater, bist König des Himmels und der Erde. Du bist dreifaltig und einer, Herr Gott, Allgütiger. Du bist gut, über alles gut, lebendig und wahr. Du bist die Liebe und der geliebten Minne Ziel. Du bist die Weisheit, Du bist die Erbarmung, Du bist die Langmut. Du bist Sicherheit, Du bist Ruhe, Du bist Freude und Glück. Du bist Mass und Gerechtigkeit, Du aller Reichtum. Du bist die Schönheit, Du bist die Milde.
Du bist Schützer, Hüter und Schirmherr. Du bist Kraft und Erquickung zumal.
Du unsre Hoffnung, Du unser Glaube, Du unsre grosse Wonne. Du unser ewiges Leben, grosser, wunderbarer, Herr, allmächtiger Gott und barmherziger Heiland. Dir sei Lob und Preis in alle Ewigkeit. Amen + Gebet von Franz von Assisi, 1182-1226

Gebete
Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens, dass ich Liebe übe, wo man mich hasst; dass ich verzeihe, wo man mich beleidigt; dass ich verbinde, wo Streit ist; dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum herrscht, dass ich Glauben bringe, wo der Zweifel drückt, dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält; dass ich Liebe entzünde, wo Finsternis regiert; dass ich Freude bringe, wo Kummer wohnt.
Ach Herr, lass du mich trachten: nicht, dass ich getröstet werde, sondern das ich andere tröste; nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich andere verstehe; nicht, dass ich geliebt werde, sondern, dass ich andere liebe.
Denn, wer da gibt, der empfängt; wer sich selbst vergisst, der findet; wer verzeiht, dem wird verziehen; und wer da stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.
Franz von Assisi

Herr, wie zufrieden
Wie zufrieden stirbt der, welcher auf dich gehofft und sich bemüht hat, in deinen Fussstapfen zu wandeln. Heilige Clara von Assisi

Herrin, heilige Königin
Sei gegrüsst, Herrin, heilige Königin, heilige Gottesmutter Maria,
du bist Jungfrau, zur Kirche geworden und erwählt vom Heiligsten Vater im Himmel, die er geweiht hat mit seinem Heiligsten geliebten Sohn und dem Heiligen Geiste, dem Tröster; in der war und ist alle Fülle der Gnade und jegliches Gute. Sei gegrüßt, du sein Palast. Sei gegrüßt, du sein Gezelt. Sei gegrüßt, du sein Haus. Sei gegrüßt, du sein Gewand. Sei gegrüßt, du seine Magd. Sei gegrüßt, du seine Mutter. Franz von Assisi, gest. 1226

Hl. Franziskus
Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der allmächtige Gott,
der ist und der war und der kommen wird.
Und lasst uns ihn loben und über alles erheben in Ewigkeit.
Würdig bist Du, Herr, unser Gott, zu empfangen Lob,
Herrlichkeit und Ehre und Preis.
Und lasst uns ihn loben und über alles erheben in Ewigkeit.
Würdig ist das Lamm, das geschlachtet wurden ist,
zu empfangen die Macht und Gottheit und Weisheit
und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Lobpreis.
Und lasst uns ihn loben
und über alles erheben in Ewigkeit.
Lasst uns preisen den Vater und den Sohn mit dem Heiligen Geist.
Und lasst uns ihn loben und über alles erheben in Ewigkeit.
Preiset den Herrn, alle Werke des Herrn.
Und lasst uns ihn loben und über alles erheben in Ewigkeit.
Lobpreiset unseren Gott, ihr seine Diener alle
und die ihr Gott fürchtet, Kleine und Grosse.
Und lasst uns Ihn loben und über alles erheben In Ewigkeit.
Loben sollen ihn, den Glorreichen,
Himmel und Erde.
Und lasst uns ihn loben und über alles erheben in Ewigkeit.
Und jegliche Kreatur, die im Himmel und auf der Erde und unter der Erde ist, und das Meer und was in ihm sich befindet.
Und lasst uns ihn loben und über alles erheben in Ewigkeit.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Und lasst uns ihn loben und über alles erheben in Ewigkeit. Wie es war im Anfang so auch jetzt und allezeit und in der Ewigkeit. Amen.

Hl. Franziskus 1
Allmächtiger, ewiger, gerechter und barmherziger Gott, verleihe uns Elenden, um Deiner selbst willen das zu tun, von dem wir wissen, dass Du es willst und immer zu wollen, was Dir gefällt, damit wir, innerlich geläutert, innerlich erleuchtet und vom Feuer des Heiligen Geistes entflammt, den Fussspuren Deines geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, folgen können und allein durch Deine Gnade zu Dir, Allerhöchster, zu gelangen vermögen, der Du in vollkommener Dreifaltigkeit und einfacher Einheit lebst und herrschest und verherrlicht wirst als allmächtiger Gott durch alle Ewigkeiten der Ewigkeiten. Amen.

Hl. Franziskus 2
Im Namen des Herrn. Alle, die den Herrn lieben aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und ganzen Sinnen, aus ganzer Kraft und ihre Nächsten lieben wie sich selbst und ihren Leib mit ihren Lastern und Sünden hassen und den Leib und das Blut unseres Herrn Jesus Christus empfangen und würdige Früchte der Busse bringen: O wie selig und gebenedeit sind jene Männer und Frauen, wenn sie dieses tun und darin ausharren, denn auf ihnen wird der Geist des Herrn ruhen, und er wird sich bei ihnen eine Wohnung und Bleibe schaffen, und sie sind Kinder des himmlischen Vaters, dessen Werke sie tun, und sie sind Anverlobte, Brüder und Mütter unseres Herrn Jesus Christus.
Anverlobte sind wir, wenn die gläubige Seele durch den Heiligen Geist unserem Herrn Jesus Christus verbunden wird. Brüder sind wir ihm, wenn wir den Willen des Vaters tun, der im Himmel ist; Mütter sind wir, wenn wir ihn durch die göttliche Liebe und ein reines und lauteres Gewissen in unserem Herzen und Leibe tragen; wir gebären ihn durch ein heiliges Wirken, das anderen als Vorbild leuchten soll.

Hl. Franziskus 4
Erhabenster, allmächtiger, guter Herr, Dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und die Ehre und jegliche Benedeiung.
Dir allein, Erhabenster, gebühren sie, und kein Mensch ist würdig, Dich zu nennen.
Gepriesen seist Du, mein Herr, mit allen Deinen Geschöpfen, zumal der Herrin, Schwester Sonne, denn sie ist der Tag und spendet das Licht uns durch sich.
Und sie ist schön und strahlend in grossem Glanz.
Dein Sinnbild trägt sie, Erhabenster.
Gepriesen seist Du, mein Herr, durch Bruder Mond und die Sterne, am Himmel hast Du sie gebildet, hell leuchtend und kostbar und schön.
Gepriesen seist Du, mein Herr, durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken und heiteren Himmel und jegliches Wetter, durch welches Du Deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.

Hl. Franziskus 5
Gepriesen seist Du, mein Herr, durch Schwester Wasser, gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.
Gepriesen seist Du, mein Herr, durch Bruder Feuer, durch das Du die Nacht erleuchtest und es ist schön und liebenswürdig und kraftvoll und stark.
Gepriesen seist Du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde, die uns ernährt und lenkt und mannigfaltige Frucht hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter.
Gepriesen seist Du, mein Herr, durch jene, die verzeihen um Deiner Liebe willen und Schwachheit ertragen und Drangsal Selig jene, die solches ertragen in Frieden, denn von Dir, Erhabenster, werden sie gekrönt.
Gepriesen seist Du, mein Herr, durch unseren Bruder, den leiblichen Tod; ihm kann kein Mensch lebend entrinnen. Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben.
Selig jene, die sich in Deinem allheiligen Willen finden, denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid tun. Lobet und preiset meinen Herrn und erweiset ihm Dank und dient ihm mit grosser Demut.

In Spoleto hörte er im Halbschlaf
"In Spoleto... hörte er im Halbschlaf eine Stimme, die fragte ihn: Wer kann dir mehr bedeuten, der Herr oder der Knecht? Er antwortete: Der Herr.
Die Stimme wieder: Warum also stellst du den Herrn nicht über den Knecht und den Fürst nicht über den Untergebenen?
Darauf Franziskus: Herr, was willst du, das ich tun soll?
Er sagte: Kehre zurück und tue das, was der Herr dir offenbaren wird." Anonymus Perug 6

Kurz ist unsere Mühsal
Kurz ist unsere Mühsal hienieden, aber ewig unser Lohn. Lasst euch nicht verwirren durch den Lärm dieser Erde, die wie ein Schatten vergeht. Heilige Clara von Assisi

Lob sei Dir
Lob sei Dir, Du Herrje mein, durch unsere Schwester, den leiblichen Tod. Selig jene, die sie in Deinem heiligsten Willen findet.

O, wie ist es ehrenvoll...
"O, wie ist es ehrenvoll, einen heiligen und grossen Vater im Himmel zu haben! O, wie ist es heilig, in einem solch schonen und bewundernswerten Bräutigam einen Tröster zu besitzen! O, wie ist es heilig und lieb, einen solch wohlgefälligen, demütigen, Frieden stiftenden, süssen, liebevollen und über alles zu ersehnenden Bruder und einen solchen Sohn zu haben: unseren Herrn Jesus Christus, der sein Leben für seine Schafe hingegeben hat." Brief an die Gläubigen
"Wie nun der hl. Franziskus so getreu die Geheimnisse Gottes zu hüten glaubte und der Meinung war, Herr Bernardo liege im festem Schlafe ... und Augen und Hände zu Gott erhebend, fing er in ganzer Hingabe und frommer Glut des Eifers zu beten an, mit den Worten: "Mein Gott und mein alles."

Preisgebet
Allmächtiger, heiligster, erhabenster und höchster Gott, du alles Gut, höchstes Gut, ganzes Gut, der du allein der Gute bist (vgl. Lk 18,19), dir wollen wir erweisen alles Lob, alle Herrlichkeit, allen Dank, alle Ehre, allen Preis und alles Gute. Es geschehe! Es geschehe!" Amen
(Es ist das Gebet, das man an den Abschluss des Stundengebetes setzte)

Segen des Heiligen Vaters Franziskus
Wer meine Worte befolgt, soll im Himmel erfüllt werden mit dem Segen des allerhöchsten himmlischen Vaters, auf der Erde mit dem Segen seines geliebten Sohnes, in Gemeinschaft mit dem Heiligen Geiste, dam Tröster, und mit allen Engeln und Heiligen.
Und ich, Bruder Franziskus, euer geringer Bruder und euer Diener, Bekräftige, euch in jeder mir möglichen Weise Diesen hochheiligen Segen.
Im Franziskanerorden wurde am Freitag die dritte Regel und das Testament bei Tisch vorgelesen. Den Segen am Ende des Testaments spricht der anwesende Obere, alle vernehmen ihn stehend und sprechen, Amen. Nach alter Gewohnheit liest daran anschliessend der Obere auch noch:
Ermahnungen unseres heiligen Vaters Franziskas. Geliebte Brüder und ewig gebenedeite Söhne, höret mich, höret die Stimme eures Vaters, grosses haben wir versprochen, grösseres ist uns versprochen worden. Lasst uns jenes halten, Nach diesem uns sehnen.

Segen für Bruder Leo
"Der Herr segne und behüte dich.
Er zeige dir sein Angesicht und erbarme sich deiner.
Er wende dir sein Antlitz zu und schenke dir den Frieden.
Der Herr segne Dich, + Bruder Leo."
Der Segen für Bruder Leo und der Lobpreis Gottes in der Originalhandschrift des hl. Franziskus auf einem Pergament in der Grösse einer Postkarte befinden sich in Assisi im Sacro Convento. Bruder Leo wünschte von seinem Ordensvater ein Autogramm. Franziskus schrieb ihm dies auf dem Berg La Verna. Es ist das älteste Zeugnis für die Stigmatisation des hl. Franziskus.
14. Aus dem grossen Franziskusleben des heiligen Bonaventura:
"Und obwohl er durch langes, schweres Siechtum völlig geschwächt war, warf er sich auf die Erde, wo sein kranker Körper hart aufschlug. Dann küsste er den Boden und sprach:
"Herrgott, ich danke dir für alle diese Schmerzen und bitte dich, mein Herr, schicke mir hundertmal mehr, wenn es dir gefallt. Das soll mir das Liebste sein, wenn du mich mit Peinen heimsuchst und meiner nicht schonst, denn dein heiliger Wille zu erfüllen ist mein grösster Trost." Leg.m XIV, 2

Segensgebet über ein Tau
Lasst uns beten. Herr, unser Gott, segne dieses Tau und diejenigen, die es tragen als Zeichen des Heils und der inneren Freiheit, indem sie Deinen Namen und die Fürbitte des Heiligen Franziskus anrufen. Der Du lebst und herrschst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

Sein innerer Mensch
O wie schön, wie strahlend, wie ruhmreich leuchtete die Unschuld seines Lebens, die Schlichtheit seiner Rede, die Reinheit seines Herzens, seine Liebe gegen Gott, gegen die Brüder, sein bedingungsloser Gehorsam, seine Treue gegenüber dem Meister, sein engelgleicher Anblick! Er hatte ein sanftes Wesen, war gefällig und leutselig im Gespräch, nie schroff, wenn er ermahnte, getreu in dem, was man ihm vertraute, weit blickend in seinen Ratschlägen, tatkräftig im Werk, liebenswürdig in allem. Heiteren Sinnes, klaren Geistes, sanften Herzens, neigte er in stiller Betrachtung, unermüdlichem Gebet, doch in allem voll Feuereifer. Hatte er sich etwas vorgenommen, so blieb er dabei; nichts warf ihn aus dem Wege der Tugend, fest Stand er in der Gnade und blieb sich selber immer treu. Rasch zur Verzeihung, langsam zum Zorn, schöpferisch im Geist, besass er ein ausgezeichnetes Gedächtnis, vorsichtig unterschied er, umsichtig wählte er, ging aber in allem schlicht zu Werke. Er war streng gegen sich, milde gegen andere und bewies ein feines Taktgefühl.

Sein äusserer Mensch
Er war ein Mann von heiteren und gütigen Gesichtszügen, frei von Feigheit und von Anmassung. Er war von mittelgrosser, eher kleiner Gestalt, sein Antlitz länglich, die Augen mittelgross; schwarz und sanft, die Sprache lieblich, doch feurig und scharf, die Stimme gelegentlich donnernd, sonst aber weich, hell und klangreich. Seinen schlanken, zarten Körper mit den schwachen Gliedern bekleidete ein raues Gewand. Trotz seiner Schwache gönnte er sich nur wenig Schlaf, und seine kleinen Hände waren gar gross im Geben. Er war der Heiligste unter Heiligen, doch unter Sündern wie einer von ihnen.
Thomas von Celano, aus dem Buch der franziskanische Weg, Januar 1949

Sonnengesang
Höchster, allmächtiger, guter Herr, dir sei das Lied, die Herrlichkeit, dir Ehre und aller Segen, dir allein, Höchster, kommen sie zu. Kein Mensch ist würdig dich zu nennen.
Lob sei dir, mein Herr, mit deiner ganzen Schöpfung. Vor allem mit dem Herrn, Bruder Sonne. Er bringt uns den Tag und spendet uns Licht. Schön ist er und strahlend mit grossem Glanz. Von dir, Höchster, ein Zeichen.
Lob sei dir, mein Herr, durch Schwester Mond und die Sterne. Am Himmel formtest du sie glänzend, kostbar und schön. Lob sei dir, mein Herr, durch Bruder Wind, durch Luft und Wolken, durch heiteres und jedes Wetter, durch sie gibst du deiner Schöpfung Leben.
Lob sei dir, mein Herr, durch Schwester Wasser. Sehr nützlich ist sie, demütig, kostbar und rein. Lob sei dir, mein Herr, durch Bruder Feuer. Durch ihn ist die Nacht erhellt. Schön ist er, freundlich, kraftvoll und stark.
Lob sei dir, mein Herr, durch unsere Schwester Mutter Erde. Sie belebt und lenkt uns. Sie erzeugt viele Früchte, farbige Blumen und Gräser.
Lob sei dir, mein Herr, durch jene, die um deiner Liebe willen vergeben und Schwachheit und Not ertragen. Selig, die ausharren in Frieden. Du, Höchster, wirst sie krönen.
Lob sei dir, mein Herr, durch unsere Schwester, den leiblichen Tod. Kein lebendiger Mensch kann ihm entrinnen. Weh denen, die in tödlicher Schuld sterben. Selig, die sie findet in deinem heiligen Willen. Der zweite Tod tut ihnen nichts Böses.
Lobt und segnet meinen Herrn. Dankt und dient ihm in grosser Demut.

Tagesgebet
Tagesgebet vom Fest des hl. Franziskus (4. Okt.)
Allmächtiger Vater, als die Welt zu erkalten begann, hast du in Franziskus ein Zeichen deiner Liebe gesandt und ihm die Wundmale deines Sohnes eingeprägt.
So ist er das getraute Bild des gekreuzigten Christus geworden, der die Welt erlöst hat. Auf seine Fürsprache gewähre uns, dass wir, gestorben mit Christus auch teilhaben an seiner Auferstehung und so zu deiner neuen Schöpfung werden. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Testament des Heiligen Franziskus
Kurz ist die Lust. Ewig ist die Strafe. Das Leiden ist gering. Die Glorie unendlich. Viele sind berufen. Wenige sind auserwählt. Alles wird vergolten. Amen

Unterwegs
Unterwegs mit Franziskus und Klara von Assisi - Dritten Orden
Wenn man den Namen Franziskus hört, entsteht das Bild einer kleinen Stadt auf dem Berg, die in das Licht der aufgehenden Sonne getaucht ist. Es ist der Ort, wo Franziskus 1181 geboren wurde, wo er aufwuchs und lange Zeit wirkte. Am 3. Oktober 1226 starb er in Portiunkula und wurde in Assisi begraben. 1228 hat ihn Papst Gregor IX. heiliggesprochen.
Franziskus ist der berühmteste Bürger dieser umbrischen Stadt. Zwar nennt ihn seine Mutter in Abwesenheit des Vaters zunächst Johannes (der Täufer). Wie dann der Vater Pietro Bernardone von seiner langen Reise zurückkommt und diesen Namen hört, wird er zornig. Denn dieser Name steht für Askese, Armut, Fasten, Wüste, Einsamkeit, für Werte also, die seiner Lebensauffassung diametral entgegenstehen. Darum muss sein Kind anders gerufen werden. Entsprechend dem Land der väterlichen Träume mit einem Namen, der an Anmut, Reichtum, Poesie, Gesellschaft, Minne, höfische Umgangsformen erinnert. So nennt er ihn Francesco, kleiner Franzose.
Das Kind wird beides, Johannes und Franziskus, eine einmalige und faszinierende Verbindung, die auch heute ihre Wirkung nicht verfehlt. Seine Zeitgenossen verbinden mit diesem Namen eine unerhörte, einmalige Freiheit. In Franziskus steht ein Mann vor Augen, der frank und frei ist, von dem eine gelöste und freimachende Atmosphäre ausgeht.
Zu allen Zeiten entdecken Menschen in der Begegnung mit Franziskus neue Möglichkeiten des Lebens. Nach einer Zeit des Kopfschüttelns schliessen sich ihm sehr bald Unzählige an, Männer, Frauen, Verheiratete und Ledige. Allen wird er Vorbild, Regel und Weg. So entstehen drei verschiedene Gemeinschaften:
• Der erste Orden (heute Minoriten, Franziskaner und Kapuziner)
• Der zweite Orden (heute Klarissen, gegründet durch Klara von Assisi, in San Damiano)
• Der dritte Orden für solche, die durch die Ehe oder ein Amt gebunden sind (heute eine grosse Schar von
Gemeinschaften, welche entweder als Regulierte in klösterlichen Formen (z.B. Kapuzinerinnen) oder in der Welt als Franziskanische Laiengemeinschaft leben.
Allen gibt er eine Richtschnur für ihr Leben und zeigt in Wahrheit jedem Stand den Weg zum Heil. Auch heute noch.
von allen Heiligen des FG Ordens

Herr, erbarme dich unser
Christus, erbarme dich unser
Herr, erbarme dich unser
Christus, höre uns
Christus, erhöre uns
Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser
Gott Sohn, Erlöser der Welt*
Gott, Heiliger Geist
Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott
Heilige Maria, ohne Erbsünde empfangen, bitt für uns
* Erbarme dich unser.
Heilige Patronin der drei seraphischen Orden, bittet für uns
Heilige Jungfrau, Königin der Heiligen*
Heiliger Michael
Heiliger Gabriel
Heiliger Raphael
Alle heiligen Engel und Erzengel
Alle heiligen Chore der seligen Geister
Heiliger Johannes der Täufer Heiliger Joseph
Alle heiligen Patriarchen und Propheten
Heiliger Petrus
Heiliger Paulus
Alle heiligen Apostel und Evangelisten
Alle heiligen Jünger des Herrn
Alle heiligen Unschuldigen Kinder
Heiliger Franziskus, Patriarch des seraphischen Ordens
Heiliger Franziskus, von Gott erleuchteter Lehrer Heiliger Franziskus, du ganz apostolischer Mann
Heiliger Berardus
Heiliger Petrus
Heiliger Akursius
Heiliger Adjutus
Heiliger Otto
Heiliger Daniel
Heiliger Angelus Heiliger Samuel
Heiliger Domnus Heiliger Leo
* Bitte (bittet) für uns.
Heiliger Hugolinus, bitte für uns
Heiliger Nikolaus und Gefährten*
Heiliger Peter Baptist und alle übrigen japanischen Märtyrer
Heiliger Fidelis
Alle heiligen Märtyrer
Heiliger Bonaventura
Heiliger Ludwig
Heiliger Benvenutus
Heiliger Antonius von Padua
Alle heiligen Bischofe and Bekenner
Alle heiligen Kirchenlehrer
Heiliger Bernardinus
Heiliger Johannes Kapistran
Heiliger Jakobus von der Mark
Heiliger Petrus von Alkantara
Heiliger Franziskus Solanus
Heiliger Petrus Regalatus
Heiliger Didakus
Heiliger Paschalis
Heiliger Benediktus
Heiliger Pazifikus
Heiliger Johannes Joseph
Heiliger Leonardus
Heiliger Theophil
Heiliger Salvator
Heiliger Felix
Heiliger Joseph von Leonissa
Heiliger Seraphin
Heiliger Laurentius von Brindisi
*Bitte (bittet) für uns.
Heiliger Konrad von Parzham, bitte für uns
Heiliger Joseph von Kupertin*
Heiliger Ludwig, Patron des Dritten Ordens
Heiliger Ferdinand
Heiliger Ivo Heiliger Elzear
Heiliger Rochus
Heiliger Konrad von Piacenza
Heiliger Benedikt Joseph
Heiliger Karl Borromaus
Heiliger Julius Eymard
Heiliger Johannes Vianney, Pfarrer von Ars
Heiliger Johannes Bosco
Heiliger Joseph Benedikt Cottolengo
Heiliger Thomas Morus
Heiliger Michael
Heiliger Ludwig Cafasso
Alle heiligen Priester und Leviten
Alle heiligen Mönche und Einsiedler
Heilige Mutter Klara
Heilige Agnes von Assisi
Heilige Katharina von Bologna
Heilige Koleta
Heilige Veronika
Heilige Elisabeth, Patronin des Dritten Ordens
Heilige Rosa von Viterbo
Heilige Klara von Montefalko
Heilige Hyazintha
Heilige Angela
Heilige Maria Franziska Heilige Elisabeth von Portugal
* Bitte (bittet) für uns
Heilige Brigitta
Heilige Franziska von Rom, bitte für uns Heilige Margareta von Kortona* Heilige Magdalena Postel
Heilige Johanna, Jungfrau von Orleans Heilige Bernadetta
Alle heiligen Jungfrauen und Witwen Alle Heiligen Gottes
0 du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr.
O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr.
O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser.
Bittet für uns, alle Heiligen aus den drei Orden des heiligen Franziskus!
Auf dass wir würdig werden der Verheissungen Christi.
Lasset uns beten. Allmächtiger, ewiger Gott, der du in deinen Heiligen allzeit gelobt, geehrt und gepriesen sein willst, wir opfern dir hiermit demütigst auf die übergrossen Verdienste Jesu Christi, seiner unbefleckten jungfräulichen Mutter Maria und aller Heiligen aus den drei Orden unseres heiligen seraphischen Vaters Franziskus, durch alle diese dich demütig bittend, du wollest uns deine göttliche Gnade verleihen, auf dass wir nach ihrem heiligen Beispiele dir, unserm Gott und Herrn, in wahrer, seraphischer Liebe allzeit vollkommen dienen.

Weihe des Dritten Ordens
an das Heiligste Herz Jesu
Herr Jesus Christus, vor Dir werfen wir uns in tiefer Demut und Liebe nieder und beten Dich an mit Gott dem Vater und dem Heiligen Geiste.
Du bist der heilige Herr, du der Allerhöchste, der König des Himmels und der Erde. Du bist das Gute, alles Gute, das höchste Gut.
Aus ganzem Herzen sagen wir Dir Dank für alle Wohltaten, mit denen Du uns immerdar überhäufest. Vor allem denken wir an die Gnade der Berufung zum Dritten Orden Deines Dieners Franziskus, wodurch Du uns, mitten in der Welt, wirksame Mittel zum Streben nach Vollkommenheit gegeben hast.
Herz Jesu, König und Mittelpunkt aller Herzen, beseelt von kindlicher Liebe, weihen wir Dir uns selbst, unsere Familien und Angehörigen, unsere Drittordensgemeinde und den ganzen Seraphischen Orden. Dein wollen wir sein, o Jesus, der Du Dich am Kreuze dem himmlischen Vater für unser Heil geopfert hast. Wo Du bist, wollen auch wir sein, was Du willst, wünschen auch wir, was Du uns auferlegst, nehmen wir mit Deiner Hilfe freudig an.
Herz Jesu, brennender Glutofen der Liebe, entzünde uns mit seraphischer Gottes und Nächstenliebe.
Herz Jesu, gehorsam geworden bis zum Tode, hilf, dass wir die Gebote Gottes und die Regel des Dritten Ordens stets treu beobachten.
Herz Jesu, vollkommen losgelöst von den Dingen dieser Welt, erfülle uns mit dem Geiste heiliger Armut.
Herz Jesu, ganz rein und unbedeckt, bewahre uns keusch an Leib und Seele.
Herz Jesu, Abgrund aller Tugenden, heilige uns im Geiste der Busse, der Demut und Geduld.
Herz Jesu, in dem alle Schätze der Weisheit und Wissenschaft sind, lass uns in allen Dingen, Dich sehen und lieben.
Ja, Jesus, wir wollen so leben, das wir immer mehr Dir angehören. Deshalb weihen wir uns Deinem Herzen auch als Sühnopfer für die vielen und schweren Sünden der Welt, durch die Du fortwährend beleidigt wirst. O könnten wir diese Vergehen mit unserm eigenen Blute tilgen! Ebenso wollen wir als lebendige Glieder Deines mystischen Leibes, der Kirche, mithelfen, dass alle Menschen, Familien und Völker, die durch Dein kostbares Blut erlöst worden sind, zu Deinem Reiche gelangen, zum Reiche der Gerechtigkeit und der Liebe, zum Reiche des Glaubens und der Gnade, zum Reiche der Güte und des Friedens.
Weil wir jedoch aus uns nichts vermögen, bitten wir Dich, o Jesus, Du Quelle des Lebens und der Heiligkeit, bleibe bei uns und sei unsere stete Hilfe. Vertrauend auf die Fürbitte der allerseligsten Jungfrau Maria, Deiner und unserer Mutter, des heiligen Vaters Franziskus, unserer Patrone, der heiligen Ludwig und Elisabeth, und aller Heiligen des Seraphischen Ordens, bitten wir Dich insbesondere um die Gnade, die heilige Profess, die wir nun erneuern, unverbrüchlich bis zum Tode zu beobachten:
Ich verspreche vor Gott dem Allmächtigen, zu Ehren der unbefleckten allerseligsten Jungfrau Maria, des heiligen Vaters Franziskus und aller Heiligen, mein ganzes Leben lang zu halten die Gebote Gottes und die Regel des Dritten Ordens, welche vom heiligen Franziskus aufgestellt wurde, nach der Form, wie sie von den Päpsten Nikolaus dem Vierten und Leo dem Dreizehnten gutgeheissen ist. Ebenso verspreche ich für die Übertretungen der Regel nach dem Ermessen des Obern Genugtuung zu leisten. Amen
Diese abgeänderte Weiheformel ist gemäss der Verordnung des hochwürdigsten Herrn Ordensgenerals P. Klemens von Milwaukee bei der Ordensweihe im Januar oder Juni zu benützen.