Eucharistie

 

Die Heilige Eucharistie
Die Heilige Eucharistie ist das Kompendium, der Inbegriff der übrigen Heilsmysterien. Menschwerdung, Geburt, Leiden, Tod, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi, all diese hehren Gotteswunder werden in ihr geheimnisvoll erneuert, feiern gleichsam ihre Besiegelung. Der durch ewige Zeugung in Gottesgestalt, durch zeitliche Empfängnis in Knechtsgestalt Geborene wird in der Gestalt von Speise und Trank empfangen und geboren durch fortwährende wunderbare Wandlung. Die Erde wird zum Kalvarienberg, jeder Tag zum Karfreitag, jeder Altar zum Kreuz. Zwischen Himmel und Erde schwebt unausgesetzt der Mittler, der Versöhner der Welt, sich dem himmlischen Vater aufopfernd und alles an sich ziehend. Maurus Wolter Erzabt v. Beuron

Die Wirkung der Heiligen Messe
In der Todesstunde werden die Heiligen Messen, an denen du während deines Lebens innig teilgenommen hast, dein grösster Trost sein. Jede Messe erfleht bei der göttlichen Gerechtigkeit die Verzeihung deiner Sünden.
Durch die Mitfeier der Heiligen Messe kannst du, je nach deinem Eifer, die zeitlichen Sündenstrafen vermindern. Durch die andächtige Teilnahme an der Heiligen Messe erweisest du der Heiligen Menschheit Christi die grösste Ehre.
Jesus Christus, als wahrer Mensch, hat grosses Mitleid mit deinen Nachlässigkeiten und Unterlassungen. In der Heiligen Messe verzeiht dir Christus die lässlichen Sünden, auch die, die du nie gebeichtet aber bereut hast. Du kannst durch die Heilige Messe den Armen Seelen im Fegfeuer die grösstmöglichste Hilfe zukommen lassen.
Eine Heilige Messe, an welcher du während deines Lebens andächtig teilgenommen hast, wird dir heilsamer sein, als viele Messen, welche andere für dich nach deinem Tod anhören werden. Die Heilige Messe bewahrt dich vor vielen Gefahren und vor manchem Übel von welchen du sonst niedergeschlagen würdest.
Mit jeder Messe kürzest du dein Fegfeuer ab und erreichst eine grössere Verherrlichung im Himmel. In ihr erhältst du durch den Priester den Segen Gottes.

Einkehr in der hl. Kommunion
,,Mein Jesus, da Du in der Hl. Kommunion Einkehr hältst in mein Herz und in mir lebst, will ich Dich mit Deinem Herzen lieben, mit Deinem Herzen den guten Vater im Himmel, die Heiligste Dreifaltigkeit anbeten und verherrlichen. Da ich mit Dir vereint zu allem fähig bin, will ich mit Deiner unermüdlichen Geduld zu allen Opfern bereit den Seelen nachgehen.
Mit Dir vereint will ich an die Türen der Herzen klopfen, sic bestürmen, bis man Dir Einlass gewährt, Dir, mein Herr, mein Gott und mein Alles!
Wenn notwendig, stelle auch ich mich mit der Schmerzhaften Mutter vereint unter den Stamm des Kreuzes, damit auch ich Dir durch Ihr mütterliches Herz alles hingeben kann, worum Du mich nur bittest. Amen.“

Heilige Muttergottes geh in alle Heiligen Messen
Liebe heilige Muttergottes, bitte, geh mit allen Deinen Engeln und Heiligen in alle gültigen heiligen Messen, die heute auf der ganzen Welt gefeiert werden, und giesse das Kostbare Blut Jesu von nun an bis zur Stunde ihres Todes über die sterbenden Todsünder aus, damit sie die Gnade der vollkommenen Reue erhalten und vor der Ewigen Verdammnis gerettet werden. Amen

Kommunionempfang
Prälat Dr. Markus Walser, Generalvikar des, Erzbistums Vaduz
In seinem Ersten Brief an die Korinther schrieb Paulus:
„Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig
am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt“ (1Kor 11,27-29).
Vom würdigen Kommunionempfang zu sprechen, ist demnach keine neue Erfindung, sondern geht auf die apostolische Zeit zurück.
Paulus schrieb den Ersten Korintherbrief vermutlich um das Jahr 55 nach Christus, also etwa 20 Jahre nach dem Tod und der Auferstehung des Herrn. Offensichtlich war es schon damals nötig, zu einem würdigen Empfang des Leibs Christi zu mahnen. Immer wieder findet sich diese Mahnung im Lauf der Kirchengeschichte, so dass man sagen kann, dass diese Mahnung wohl eine (notwendige) Konstante in der ganzen Geschichte der Kirche ist.
Deshalb macht es nachdenklich, wenn das Thema in gewissen Gebieten unserer Kirche in jüngerer Zeit kaum mehr Beachtung findet. Ja noch mehr: Bisweilen werden einfach alle Anwesenden aufgefordert, zur Kommunion zu gehen, ohne ihnen den Hinweis zu geben, dass nur ein würdiger Kommunionempfang Gnade und Segen bringt.
Nimmt man die Worte des Völkerapostels Paulus ernst, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, damit jemand zur Kommunion gehen kann, ohne sich dabei das Gericht zuzuziehen. Wenigstens folgende Voraussetzungen sind im oben zitierten Abschnitt aus dem Ersten Korintherbrief erwähnt:
1. Glaube an die Realpräsenz: Wenn Paulus schreibt, dass man bei Empfang des Leibes Christi bedenken muss, dass es der Leib des Herrn ist, um sich dabei nicht das Gericht zuzuziehen, heisst das in anderen Worten, dass der Glaube an die reale Gegenwart Christi im Altarssakrament Voraussetzung für einen heilbringenden Kommunionempfang ist. Wer also nicht an die Realpräsenz Christi im Eucharistischen Brot glaubt, zieht sich das Gericht zu, wenn er es empfängt. Es ist für ihn heilsamer, den Leib Christi nicht zu empfangen.
2. Stand der Gnade: Um sich nicht schuldig am Leib Christi zu machen, darf man ihn nicht unwürdig empfangen. Üblicherweise nennt man die erforderliche Würde den „Stand der Gnade“, d.h. wer die Kommunion empfängt, muss getauft sein und darf keine schwere Sünde auf sich geladen haben, die ihn der Taufgnade berauben würde. Leichte Sünden werden auch während der Eucharistiefeier vergeben, sofern die Reue vorhanden ist. Zur Vergebung von schweren Sünden ist jedoch die Einzelbeichte notwendig. Dadurch wird der sogenannte „Stand der Gnade“ im Menschen wiederhergestellt.

Nach der heiligen Kommunion
O mein Gott! Wie ein Bettler vor der Türe des Reichen steht, so stand ich vor Deiner Türe, und Du hast mir die Schätze Deiner Gnade mitgeteilt. Mit Deinem kostbaren Fleisch und Blut hast Du mir das Kleid der Liebe gegeben, das die Blösse meiner Sünden bedeckt. Ich stand vor Dir wie ein leibeigener Knecht vor seinem Herrn. Du hast mir die Freiheit geschenkt, Dir zu dienen. Wie ein Sünder stand ich vor Dir. Du hast mir meine Sünden erlassen und sie mit Deinem Blut ausgelöscht. Jetzt stehe ich wie ein Freund vor seinem Freund und will in Liebe mit Dir vereinigt bleiben, damit ich niemals von Dir weiche. Ich stehe vor Dir wie ein Sohn vor seinem Vater und verlange demütig, dass Du mich dereinst auch einführen wollest in den Besitz des Himmels. Amen +
Heiliger Franziskus von Assisi